Von Februar bis März war ich, Lehramtstudentin, vier Wochen lang ein Teil des DIANI Bildungs- und Sozialzentrums und unterstützte dort sowohl die Lehrer als auch die anderen Mitarbeiter des Programms. Während meiner Zeit dort wurde ich gut in den Schulalltag integriert und konnte sofort mit der Umsetzung meines Projekts beginnen.

Bereits zu Hause überlegte ich mir, dass ich die Freizeitgestaltung der Kinder in der Schule gerne mitgestalten würde und sammelte aufgrund meiner Leidenschaft für den Sport viele Ideen für Teamsportarten und Spaßspiele, die ich mit den Kindern durchführen könnte. Eine solche Aktion erschien mir für die Kinder dort sehr wichtig, da es in Kenia, anders als in Deutschland, nur wenige bis gar keine Freizeitangebote gibt und die Kursgebühren von den Familien aufgrund zu hoher Kosten nicht übernommen werden können. Aus diesem Grund sollte dem Schulsport und der Freizeitgestaltung in der Schule umso mehr Wichtigkeit zugeschrieben werden, sodass die Kinder sich sportlich betätigen können und soziale Kontakte pflegen können. Nach dem Unterricht haben die Kinder zudem weniger Zeit, da sie ihren Eltern im Haushalt helfen oder Hausaufgaben erledigen müssen. Außerhalb des Schulzentrums ist es zudem schwierig einen Sport-/ Spielplatz oder einen geeigneten Ort zum Spielen zu finden. Die Spiele beinhalten für mich nicht nur den Faktor Spaß, sondern vereinen die Teamfähigkeit und Fitness und steigern diese bei den Kindern.

Mein erster Tag an der Schule begann mit einer Vorstellung meiner Person und ich lernte alle Lehrerinnen und Lehrer und Mitarbeiter der Schule kennen. Ich wurde dann Masha – dem Sport- /Judolehrer – vorgestellt, der auch für generelle sportliche Aktivitäten an der Schule zuständig ist. Mit ihm besprach ich die weitere Vorgehensweise und wann ich mit welcher Klasse die Activity Time gestalten konnte. Masha schlug mir vor,  mich mit den Klassen 1-5 zu beschäftigen, da die Klassen 6-8 stark mit den Vorbereitungen der Fußball, Legball, Netball und Volleyball Mannschaften auf den Wettbewerb zwischen den regionalen Schulen beschäftigt waren. Hierbei habe ich dann in der letzten Woche bei den Vorbereitungen der Volleyballmannschaft ebenfalls geholfen. Sowohl die Fußballmannschaft als auch die Volleyballmannschaft trainierten seit meiner Ankunft mit den gespendeten Bällen, die das Training sehr erleichterten und die die aus Lappen gewickelten Bälle von nun an ersetzten.

Die Activity Time begann jedes Mal mit einer Runde Dehnübungen, damit nach einem langen Schultag die Muskeln aktiviert wurden. Hierzu gesellten sich auch immer andere Schüler. Damit die Activity Time jedoch nicht außer Kontrolle geriet, habe ich diese immer nur auf eine Klasse beschränkt und jeden Tag mit einer anderen Klasse Spiele gespielt.

Mir der Klasse wurde dann nach den Dehnübungen eine Runde „Feuer-Wasser-Blitz“ zum Aufwärmen gespielt. Dies diente dazu den Kreislauf in Schwung zu bringen.

Nach der Aufwärmphase erklärte ich die jeweiligen Spiele in Anwesenheit der Klassenlehrerin oder des Klassenlehrers. Dadurch, dass die Lehrerinnen und Lehrer auch mit den Spielregeln vertraut gemacht wurden, wird hier der Leitsatz des Projekts „Hilf mir es selbst zu tun“ verwirklicht, indem die Lehrerinnen und Lehrer die Spiele auch nach meiner Abreise weiterführen können und die Kinder immer noch ein kostenloses Freizeitangebot zur Verfügung haben.

Eine besonders beliebte Aktivität war das Spielen mit dem Schwungtuch, welches auch weitere Kinder auf dem Schulhof anzog, die dann auch mitgespielt haben, bis kein freier Platz am Tuch mehr verfügbar war. Das Auf- und Abheben und das Tauschen der Plätze unterhalb des Tuches war besonders beliebt. Die Kinder liebten es, sich unterhalb des Tuchs zu bewegen.

Auch das Spiel „Die Löwen und Touristen“ welches ein Fangspiel ist, war bei den Kindern sehr beliebt und wurde bei jeder Activity Time gespielt. Dieses stärkte die Reaktionsfähigkeit der Kinder und verbesserte ihre Schnelligkeit, da sie ganz schnell vor den „Löwen“ weglaufen sollten.

Die Spielregeln und andere Spielideen habe ich den Lehrerinnen und Lehrern dort hoffentlich gut vermitteln können, sodass diese die Activity Time weiter in dieser Art und Weise durchführen können.

Ich freue mich sehr ein Teil dieses Projekts gewesen zu sein und habe jede einzelne Person und jedes Kind dort sehr ins Herz geschlossen und nehme die offene Art, die Einstellung zum Leben und eine große Portion Liebe, die mir dort entgegengebracht wurde, mit nach Hause.

 

Zu guter Letzt möchte ich mich für die zahlreichen Sachspenden bedanken, die die Freizeitgestaltung enorm erleichtert und unterstützt haben. Die Spenden werden weiterhin in der Schule von Lehrern und Schülern genutzt und bereichern die Freizeit der Schülerinnen und Schüler.