Mitte November 2019 begann mein großes Abenteuer in Kenia in dem DIANI Bildungs- und Sozialzentrum: vier Wochen Unterstützung mit dem Fokus „Hilfe zur Selbsthilfe“ und dem Ziel etwas zu ändern, dort wo die Hilfe gefragt ist.

 

Mein Projekt sollte effizient und nachhaltig sein, weshalb Nachhilfe für ausgewählte Schüler passend erschienen. Im deutschen Schulsystem wird den Schülern durch unterschiedliche Formen wie Partner- und Gruppenarbeit, Rollen- und Theaterspielen, Filmen, Spielen und weiteren Hilfsmitteln das Wissen nahegelegt. Mein Ziel war es ebenfalls, Wissen auf spielerische Art weiterzugeben und zu verdeutlichen, dass Lernen auch Spaß bereitet.

Da Englisch neben Swahili sowohl Amts- als auch Unterrichtssprache ist und somit eine entscheidende Bedeutung für die gesamte schulische Laufbahn der kenianischen Kinder und ihren zukünftigen Beruf hat, sollte die englische Sprachkompetenz gefördert werden. Konzentration lag dabei auf der Erweiterung des Wortschatzes, Satzbaus, der Grammatik und der Aussprache. Zudem sollten die mathematischen Grundkenntnisse gefördert werden.

Mithilfe von Christina Missong und den Lehrern wurde ein Förderplan für die Kinder entwickelt. Nach einigen Tagen optimierten wir den Plan, sodass ich mich auf drei SchülerInnen fokussierte, Rehema, Beverlyn und Stevyn, aus dem dritten Schuljahr. Innerhalb der nächsten Wochen machten wir Grammatikübungen, Aufgaben zum Satzbau, wir schrieben Texte und sprachen über unsere Träume, Erlebnisse, Zukunft und Alltag. Beverlyn, eine neunjährige Schülerin, träumt davon Ärztin zu werden. Sie mag es, sich um Menschen zu kümmern und Hilfe zu leisten. Sie führte fort, dass sie sich eine Familie mit Kindern, Haustieren und einem Haus wünsche und als Ärztin ihr eigenes Geld verdienen mag. Stevyn, ein sehr sportlicher Schüler, möchte Pilot werden, um endlich sein Traumland Japan bereisen zu können, in dem wichtige und weltweite Judo Kämpfe stattfinden. Auch fände er es toll, ein Judoka zu werden und dann in Japan zu leben. Rehema träumt davon Lehrerin zu werden, um ihr Wissen an weitere Generationen weiterzugeben. Wir sprachen über unsere Kulturen und verglichen wie wir Feste, wie Weihnachten und Silvester, zelebrieren. Die Kinder erzählten, dass sie beide Feste mit ihrer Familie und Freunden am Strand mit einem großen Essen verbringen. Sie freuen sich auf Shows von kenianischen Tänzern am Strand und auf ein kleines Feuerwerk.

Auch mathematische Grundkenntnisse und ein korrekter Umgang mit Geld sind für die kenianischen SchülerInnen zentral. So sollte ein Tuk Tuk-Fahrer oder ein Straßenhändler korrekt Preise kalkulieren können, damit ein Gewinn verbleibt, um sich und die Familie gesund ernähren zu können. Gute Einmaleins-Kenntnisse sind bei den Schülern selten; Multiplikation wird meistens durch Striche zählen oder mit den Händen durchgeführt. So übten die SchülerInnen das kleine Einmaleins durch Spiele und Abfragen.

 

Im Rahmen eines kleinen schriftlichen bzw. mündlichen Abschlusstestes konnten die SchülerInnen ihr neu erworbenes Wissen beweisen. Das Ergebnis von Aufgaben aus dem kleinen Einmaleins sollten sie auswendig aufschreiben unter Beachtung einer Zeitvorgabe. In dem mündlichen Teil erzählten sie mir von ihren Zukunftsträumen.

Ich habe festgestellt, dass die Kinder am Ende sehr stolz auf sich waren, als sie feststellten, wie schnell es geht, wenn man die Ergebnisse der Malaufgaben auswendig kennt und flüssiger sprechen kann. Sie hatten gelernt, freier und flüssiger zu sprechen und den Wortschatz beispielsweise durch Bindewörter und Fachbegriffe zu erweitern, den Satzbau zu verbessern und auch ein besseres Verständnis für die unterschiedlichen Zeitformen zu bekommen. Besonders stolz war ich, als ich gesehen habe, dass sie Wörter einbauten, die ich ihnen beigebracht habe.

Neben dem Förderunterricht nahmen die SchülerInnen an Freizeitaktivitäten teil. Während kleiner Ausflüge beispielsweise zum Strand, Meer oder zum Pool konnten die Kinder ihre Schwimmfähigkeiten erweitern oder einfach die Natur genießen.

Zudem malten wir Mandalas aus, um die Kreativität und Motorik zu fördern. Auch hörten wir kenianische Musik und tanzten dazu. Wir alle hatten bei den gemeinsamen Aktivitäten jede Menge Spaß und ich sah, dass die Kinder ihre Ferien auch genossen.

Abschließend kann ich sagen, dass ich wunderbar offene Menschen kennengelernt habe. Es freut mich, dass ich mein Wissen und meine Lebenserfahrung an sie weitergeben konnte. Die SchülerInnen konnten ihre Basisqualifikationen ausbauen und somit zukünftig leichter lernen.

Ich wünsche meinen Nachhilfeschülern weiterhin viel Freude und Erfolg beim Lernen und dass sie ihre Zukunftsträume realisieren können.