Liebe Spender und Interessierte des Projektes Lebensblume e.V.!

Coronakrise, Heuschreckenplage und Klimawandel bedrohen zunehmend existenziell das Leben unserer kenianischen SchülerInnen. Mit diesem offenen Brief möchten wir Sie sowohl über die derzeitige bedrohliche Lage der betreuten SchülerInnen und ihren Familien in Kenia, als auch unsere derzeitige Hilfe vor Ort informieren.

Seit dem 16.03.2020 hat die kenianische Regierung alle Bildungseinrichtungen geschlossen. Seitdem ist der Schulbetrieb weitgehend eingestellt und die ca. 200 SchülerInnen des DIANI Bildungs- und Sozialzentrums dürfen ihre Schule nicht mehr besuchen. Darüber sind alle Kinder sehr traurig. Denn Zuhause zu lernen ist für die kenianischen SchülerInnen nahezu unmöglich, da sie weder eigene Bücher, Hefte noch Schreibutensilien besitzen. Auch fehlt vielen Eltern eine eigene schulische Vorbildung, sodass keinerlei inhaltliche Betreuung erfolgen kann. Außerdem sind die Wohnverhältnisse meist sehr beengt, es ist keine Ruhe und kein elektrisches Licht vorhanden.

Durch die Schulschließung, die voraussichtlich noch bis zum 04. Juni bestehen bleibt, fehlen unseren SchülerInnen nicht nur der Zugang zur Bildung, täglich eine warme Mahlzeit, Spiel- und Bewegungsmöglichkeiten, sondern auch Sicherheit und eine hoffnungsvolle Zukunftsperspektive.

Die meisten Erziehungsberechtigten der SchülerInnen, meist Alleinerziehende, sind von der Arbeitslosigkeit betroffen. Sie waren bereits vor dieser Krise als Putzhilfe, Gärtner oder Gelegenheitsarbeiter auf dem Bau oder in der Touristenbranche tätig und erhalten keinerlei Unterstützung durch z.B. Kurzarbeitergeld, Arbeitslosengeld. Auch besitzen sie keinerlei Ersparnisse, müssen die Krankenbehandlungen aus eigenen Mitteln bezahlen, und sind mit täglichen Existenznöten konfrontiert. Täglich sorgen sich die Eltern, wie sie Arbeit finden können, damit  sie ihre Kinder ernähren oder das Geld für die Miete aufbringen. Hier ist beispielsweise Asha zu nennen, die neben ihren eigenen vier Kindern noch zwei Enkelkinder unterstützt. Ein kleiner Teil der Familien ist zu ihren Verwandten ins Landesinnere gezogen in der Hoffnung auf gegenseitige Unterstützung. Allerdings sind auch die Zustände in der kenianischen Landwirtschaft besorgniserregend. Bedingt durch den Klimawandel, starke Regenfälle, Stürme, Überschwemmungen und der derzeitigen Heuschreckenplage, die größte seit 70 Jahren, rechnen Experten mit einer Hungersnot in Ostafrika. Der internationale Tee-, Kaffee- und Rosenhandel ist aufgrund der Ernteausfälle und der Flugbeschränkungen zusammengebrochen. Die Lebensmittelpreise sind schon drastisch angestiegen.

Christina Missong, unsere deutsche Projektleiterin, ist nicht mit der deutschen „Rückholaktion“  nach Deutschland zurückgekehrt, um weiterhin vor Ort zu helfen. Sie plant, organisiert und koordiniert mit dem Team unseres Sozialzentrums eine Not- und Direkthilfe. Die eingehenden Patenschafts- bzw. Spendengelder werden zur Zeit beispielsweise wie folgt eingesetzt:

  • Nahrungsmittelversorgung der betreuten Familien
  • Kauf bzw. Beschaffung und Weitergabe von Hygieneartikeln wie Seife
  • Kauf von Lernutensilien wie Bücher, Stifte und Hefte
  • Hausbesuche der Sozialarbeiter bzw. Lehrer zu Schulungsmaßnahmen in Hygienefragen

Die Verteilung der Sachspenden wurde unter Beachtung der geltenden Hygiene- und Abstandsregelungen organisiert und der Erhalt ist zu quittieren.

 

Die Menschen sind unsagbar froh und dankbar für die unerwartete Hilfe und Unterstützung durch unseren Verein.

Wir hoffen, dass die Umverteilung der Spendengelder zugunsten der obigen Notfallmaßnahmen auch Ihr Einverständnis findet. „Die Armut greift täglich weiter um sich und ist besorgniserregend“, teilte uns Christina Missong mit.

Leider reichen die finanziellen Mittel und Reserven unseres Vereins nicht, um einerseits die Lehrer- /Angestelltengehälter und anderseits humanitäre Nothilfe zu finanzieren. Deshalb sind wir dringend auf weitere Unterstützung angewiesen.

Beispielsweise kostet ein Lebensmittelpaket mit Grundnahrungsmitteln  für einen 6 Personenhaushalt  zur Zeit 20 € und reicht für ca. eine Woche. Für 3 € bis 8 € kann ein eigenes Schulbuch angeschafft werden.

Dank der Präsenz von Christina Missong vor Ort und unserem kenianischen Team, können wir Spendern zusichern, dass die Spendenmittel dort ankommen, wo die Hilfe dringendst benötigt wird.

Wir hoffen, dass wir Christina Missong bzw. das kenianische Team des DIANI Bildungs- und Sozialzentrums durch Spenden weiterhin unterstützen können und dass sich das existenzielle Leben der bedürftigen Kinder und ihrer Eltern nicht weiter dramatisch verschlimmert.

Selbstverständlich wird der zweckbezogene Spendeneinsatz anhand von aktuellen Fotos auf unserer Homepage dokumentiert.

Freundliche Grüße und bleiben Sie gesund.

Josi Küsters, Antje Wolf, Peter Ulrich, Silvia Bardenheuer und Marigret Bierbaum

Bankverbindungen:

Volksbank Heinsberg eG
IBAN: DE74 3706 9412 3004 1850 12
BIC:GENODED1HRB

beziehungsweise:

Sparkasse Aachen
IBAN: DE75 3905 0000 1071 7867 66
BIC: AACSDE33XXX