Projekt zur Untersuchung der sportlichen Fitness liefert interessante Ergebnisse – Bericht von Felix Reisch

Zu Beginn des Jahres 2019 besuchte ich das DIANI Bildungs- und Sozialzentrum für drei Monate. Ich studiere Englisch und Sport auf Lehramt und hatte mir als Ziel gesetzt, dass ich sowohl im Englisch- als auch im Sportunterricht mit anpacken wollte. In meiner Zeit vor Ort betreute ich vor allem die 8. Klasse, half dort bei Unterrichtsplanungen, erklärte den Kindern in der Mittagspause vertiefende Inhalte und unterrichtete teilweise selbst. Auch beim Sport konnte ich mich einbringen und war sehr beeindruckt vom Sport- und Judolehrer und der Disziplin der Kinder. Generell hat mich das Auftreten und die Strukturiertheit der Lehrkräfte positiv überrascht. Ich durfte viele sehr charismatische Personen in meiner Zeit kennenlernen, die sich nicht zu schade dafür waren, meine Tipps und Vorschläge in ihren Unterricht einzubauen und umzusetzen. Für mich war die Zeit in Diani eine wahnsinnig aufschlussreiche Erfahrung, die mir persönlich für meine Entwicklung sehr weitergeholfen hat. Außerdem hoffe ich natürlich auch, dass ich dem Projekt ebenfalls weiterhelfen konnte.

Das Hauptanliegen meines Berichtes soll sich nicht nur auf meine Aufgaben und Eindrücke vor Ort beziehen, denn ich habe eine sehr interessante Studie im Rahmen meiner Masterarbeit durchgeführt, die ich gerne ein wenig näher vorstellen möchte.  Mithilfe eines Motoriktests überprüfte ich, ob es Unterschiede in den motorischen Fähigkeiten und Fertigkeiten unserer Schülerinnen und Schüler und deutschen Gleichaltrigen gibt und wie sich diese äußern. Dafür habe ich den Test in Diani mit 166 Kindern durchgeführt und an zwei deutschen Vergleichsschulen insgesamt 170 Kinder getestet. Aufgabenbestandteile des Tests waren Ballprellen, Zielwerfen mit Sandsäcken, Standhochsprung, Rumpfbeuge zur Überprüfung der Dehnfähigkeit, das Halten im Hang an einer Stange und das Stufensteigen zur Überprüfung der Ausdauerfähigkeit.

 

Die Testungen in Kenia nahm ich zusammen mit meinen Volontärskollegen mit all unseren Klassen vor, sodass am Ende die Ergebnisse mit den Testwerten aus Deutschland verglichen werden konnten. Hierbei konnte ich herausfinden, dass unsere Schülerinnen und Schüler deutlich bessere Ergebnisse in allen sechs Aufgaben des Tests erreichen konnten als Kinder und Jugendliche desselben Alters in Deutschland und dies in jeder Altersstufe! Gerade bei der Kraftausdauer und generell auch bei koordinativen Anforderungen konnten unsere Kinder deutlich besser abschneiden als die Schülerinnen und Schüler aus Deutschland. Dies zeigt in jedem Fall, dass unsere Schule in der sportlichen Förderung der Kinder vieles richtig macht und vor Ort sehr gut gearbeitet wird. Außerdem können wir stolz darauf sein, was die Kinder erreicht haben, denn ihre Durchschnittswerte liegen weit oberhalb der Durchschnittswerte von Vergleichsstudien, die in den letzten Jahren in Deutschland erhoben wurden. Sowohl Mädchen als auch Jungen zeigten ein sehr gutes Leistungsniveau und konnten unter Beweis stellen, dass es für eine gesunde motorische Entwicklung nicht einen Überschuss an Spielsachen, die neusten Sportschuhe oder einer gut ausgestattete Sporthalle bedarf. In der nachfolgenden Abbildung können die Unterschiede der Leistungen der Kinder unserer Schule mit ihren deutschen Kontrahenten verglichen werden:

Abschließend möchte ich mich bei allen bedanken, die mir den Aufenthalt im Projekt ermöglicht haben, täglich Zeit mit mir verbracht haben und mich bei der Umsetzung meiner Untersuchung unterstützt haben. Mein Dank gilt außerdem jedem einzelnen Kind der DIANI Montessori Akademie, denn alle haben mit großem Eifer und viel Willenskraft an dem Sporttest teilgenommen. Ich habe meine Zeit vor Ort sehr genossen und hoffe, dass ich in der Zukunft erneut die Möglichkeit haben werde das Projekt zu besuchen.