Reise durch die Sinne – Bericht von Alexandra

Mein Aufenthalt im DIANI-Bildungs- und Sozialzentrum begann am 29.08.2018 und ich bin froh, dass wir Volontäre uns gut verstanden und gut zusammenarbeiten konnten.

Am Bildungszentrum konzentrierte ich mich auf die individuelle Förderung von zwei geistig und körperlich behinderten Kindern. Aufgrund meines Studiums der sonderpädagogischen Förderung fiel es mir leicht, Förderstunden für die beiden zu planen und durchzuführen. Einerseits führte ich mit den Kindern Bewegungsübungen durch, anderseits wurden Übungen zur Verbesserung des Lernens und der Aufmerksamkeit unternommen.  Beide Schüler sind eingeschränkt in ihrer Motorik und können einen Arm nicht oder nur zum Teil für ihre Handlungen nutzen. Um die Grobmotorik zu erweitern und eine stabile Muskulatur aufzubauen, tanzten wir zu Bewegungsliedern wie „Head, Shoulders, Knees and Toes“.

Die Feinmotorik förderte ich durch das Nachmalen von Buchstaben, die erst groß und dann immer kleiner und somit schwieriger zu malen/schreiben waren. Des Weiteren fällt es den beiden schwer dem Unterricht zu folgen, da ihr Lerntempo langsamer ist. Auch benötigen sie mehr Zeit für das Abschreiben, sodass andere Herausforderungen nicht wahrgenommen werden können. In der Förderung nahmen wir uns Zeit, die Unterrichtsthemen auf anschauliche Art noch einmal zu erarbeiten, um das Verstehen zu sichern. Es tat gut zu sehen, wie zuerst schwierige Aufgaben immer besser bewältigt wurden und die gemeinsame spielerische Arbeit nicht nur mir, sondern auch den Schülern Spaß bereitete.

Ich unterstützte auch die Klassenlehrerin der ersten Klasse. Gemeinsam entwickelten wir Ideen, um Themen in verschiedenen Fächern einzuführen und ich hatte die Möglichkeit Unterrichtsstunden selbst zu geben, unter anderem eine Unterrichtseinheit zu meinem Projekt „Eine Reise durch die Sinne – A journey through the senses“.

Die Unterrichtseinführung sollte die SchülerInnen über das Thema „Sinne“ informieren: Was ist ein Sinn? Und was ist ein Sinnesorgan? Dazu wurden die fünf Sinne gemeinsam erarbeitet und die dazugehörigen Sinnesorgane malerisch an der Tafel und auf einem Plakat festgehalten. Obwohl die Kinder zunächst nicht wussten, was ein Sinn ist, kamen sie erstaunlich schnell auf die fünf Sinne und freuten sich auf die nächste Stunde. Diese begann mit einer Wiederholung aller Sinne durch das angefertigte Plakat. Die zentrale Sinneserfahrung des Hörens wollte ich mittels eines in Deutschland vorbereiteten Hörmemorys vermitteln. Ziel war das genaue Hinhören, um die akustischen Paare zu finden. Es folgte die Sinneserfahrung des Sehens. Die SchülerInnen der Klasse gingen paarweise über den Schulhof, wobei jeweils eine Person mit geschlossenen Augen von Partner gelenkt wurde. Abschließend sprachen wir über die Erfahrungen und damit zusammenhängend über Vertrauen. Zum Thema Geschmackssinn sammelten die Schüler Begriffe zu Geschmacksrichtungen, die an konkreten Beispielen der vier Geschmacksrichtungen süß, sauer, bitter und salzig verdeutlicht werden sollten. Im nächsten Schritt durften die SchülerInnen Apfel, Paprika, Orange, Mango und Tomate probieren und sollten beschreiben, was sie gerade geschmeckt hatten und dann erraten, welche Frucht oder welches Gemüse sie gegessen hatten. Die Unterrichtseinheit zu dem Geschmackssinn endete mit einer Erlebnisreflexion. Durch die individuelle Gestaltung einer Seite eines Fühl-Albums wurde den SchülerInnen der Tastsinn verdeutlicht. Gemeinsam schrieb ich mit jedem Schüler einen kleinen Text passend zu dem Material, welches befestigt/aufgeklebt wurde. Diese Unterrichtseinheit war der Abschluss meines Projekts. Da die Examen Tage später geschrieben wurden, konnte ich die Stunde zu dem Geruchssinn nicht durchführen.

Ich lernte das kenianische Leben, die Kultur und die Menschen auf eine einzigartige Weise kennen. Als Volontär wurde ich schnell integriert und eingebunden. Ich konnte kulturelle Gemeinsamkeiten und Unterschiede aus einer anderen Perspektive erkennen, entwickelte und erweitere mein eigenes kulturelles Verständnis auf vielen Ebenen.
Ich kann jedem das DIANI Bildungs- und Sozialzentrum ans Herz legen, denn die Erfahrungen und die Erlebnisse, die ich in meiner kurzen Zeit gemacht habe, werde ich niemals vergessen. Sie haben mich stark geprägt.