Stärken des Körpers und Geistes durch Yoga – Bericht von Maike

Da ich in meiner Freizeit viel Sport treibe und zum Stressausgleich auch Yoga mache, wollte ich während meines Volontariates am DIANI Bildungs- und Sozialzentrum, Kenia unbedingt ein Sportprojekt realisieren. Hinzu kam, dass mir berichtet wurde, dass jegliche sportliche Aktivitäten immer auf großes Interesse stoßen. Deshalb entschied ich mich dazu, ein Yogaprojekt zu starten. Dazu habe ich zahlreiche Yogaübungen gesammelt, Unterrichtseinheiten geplant, Traumreisen auf Englisch erstellt und mich darauf vorbereitet, die Übungen ebenfalls auf Englisch erklären zu können.

Nach reiflicher Überlegung ist mein konkretes Projekt das „Stärken des Körpers und Geistes durch Yoga“ geworden.

Nachdem ich in Kenia vor Ort war, konnte ich schnell Interesse für mein Projekt erwecken und somit bekam ich zahlreiche Möglichkeiten, meine Yogastunden durchzuführen. Sofort wurde mir der Judoraum zur Verfügung gestellt und verschieden freie Zeiten geboten. So erteilte ich bereits eine Woche nach Ankunft beinahe jeden Tag zwei Yogastunden in verschiedenen Gruppen.

Mein Ziel war es, hierdurch nicht nur eine physische Ausgeglichenheit zu schaffen, sondern auch auf sozialer Ebene etwas zu verändern. Hierzu war es wichtig, alle Altersklassen anzusprechen und möglichst viele Interessenten zu finden. Dies funktionierte sehr gut, denn sowohl die kleinsten als auch die älteren machten aufgeschlossen mit und schämten sich nicht, die- für sie ungewöhnlichen- Übungen wie z.B. die „Kobra“ auszuprobieren. Dadurch wurde ihr Selbstbewusstsein und ihr Gefühl für ihren eigenen Körper langsam aber sicher merklich gestärkt. Die Kinder halfen sich auch gegenseitig und keiner wurde ausgelacht. Somit stärkten die Übungen auch das soziale Klima untereinander.

Die jüngere Gruppe beim Durchführung des Dehsitzes.

Hier üben wir die Figur des “Kriegers”.

Dies ist die ältere Judogruppe beim Durchführung der Figur “Kobra”.

Die „Planke“ wurde von uns jeden Tag durchgeführt, um die allgemeine Muskelkraft zu verbessern. Wir arbeiteten darauf hin, zwei Minuten am Stück zu schaffen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Durch die tägliche Yogastunde wurde der Ablauf relativ schnell zur Routine. Durch die gemeinsamen Übungen entstand auch Vertrauen zu mir und wir hatten viel Spaß in unserer gemeinsamen Zeit.

Das Ziel, Meditation und innere Ruhe zu erschaffen, erschien zunächst in weiter Ferne, da sich die Kinder nicht über einen längeren Zeitraum ruhig konzentrieren konnten. Nach und nach steigerte sich ihre Konzentrationsfähigkeit. Gegen Ende meines Aufenthaltes begannen wir mit den Traumreisen und auch dies funktionierte überraschend gut. Die Schüler/-innen hatten gelernt, den Traumreisen konzentriert zuzuhören. Die Kinder waren sehr konzentriert und in sich gekehrt. Mein Unterrichtskonzept stieß auch bei den Lehrern auf Begeisterung. Ob es nun bei den ganz kleinen Kindern nach dem Mittagsschlaf war oder bei den Judoschülern nach dem Training, um die Muskeln zu dehnen, zu entspannen und Energie zu tanken. Ich hoffe, dass einige Lehrer die Übungen oder auch die Spiele übernehmen und für sich nutzen werden. Wenn man dies kontinuierlich beibehält, kann man damit nachhaltige Veränderungen schaffen.

Insgesamt habe ich meistens positive Erfahrungen mit den Menschen in Kenia, speziell mit den Menschen am DIANI Bildungs- und Sozialzentrum und der Kultur, gemacht.

Der Umgang der Kinder untereinander hat mich beeindruckt. Sowohl Behinderte als auch lernschwächere Kinder werden von den anderen Kindern herzlich aufgenommen und integriert. Viele der Kinder und Familien, die bei auf dem Schulgelände leben, haben sehr schlimme Dinge erlebt, aber sie halten alle so eng zusammen und stehen die schweren Zeiten zusammen durch. Jeder wird von ihnen aufgenommen und akzeptiert. Auch dieser Zusammenhalt hat mich besonders beeindruckt.

Während meines Aufenthaltes habe ich in einer Klasse geholfen zu unterrichten. Die Lehrerin meiner Klasse war äußerst kompetent und mit voller Leidenschaft dabei. Ich wurde in der Vorschule eingesetzt und betreute somit die ganz kleinen Kinder (zwischen 3 – 4 Jahren).  Schon hier wurde von ihrer Lehrerin besonders auf Sozialverhalten und wichtige Regeln der Gesellschaft geachtet. Mich begeisterte die Balance zwischen den wichtigen Unterrichtsinhalten und der Zeit für Basteln, Malen und Singen besonders gut und sie erschien mir altersgerecht. Bei den Kreativstunden habe ich verschiedenste Projekte mit „meiner“ Klasse durchgeführt. Wir haben Bilder zum Thema Obst gebastelt, passende Lieder gelernt, das Alphabet gemalt und anschließend zusammen im Klassenzimmer aufgehängt. Auch Handabdrücke oder ähnliche kreative Dinge habe ich mit den Kindern gemacht. Zu meinen Aufgaben gehörte auch die Kontrolle der  Schreib- und Rechenübungen und die Kinder bei den Übungen zu unterstützen.

Der Umgang der Kinder und Lehrer mit den Volontären war toll. Die meisten Kinder waren sehr offen, neugierig und freundeten sich schnell mit uns an. Die meisten Schüler/-innen meiner Klasse waren mir am Ende stark ans Herz gewachsen und der Abschied fiel mir schwer. Die Lehrenden waren meist sehr aufgeschlossen für neue Ideen und Hilfe im Unterricht. Insbesondere meine Lehrerin ließ mir auch viele Freiheiten und war für jede Anregung dankbar.

Weiterhin habe ich dem Hausmeister oft auf der Farm geholfen und wir haben verschiedenste Projekte gestartet. Neben Tomatenpflanzen schneiden, haben wir Schilder für Küche, Toiletten etc. gemalt und an den entsprechenden Stellen angebracht. Außerdem haben wir die Klassenräume neu beschriftet. Auch hier ist Hilfe immer gerne gesehen und man kann auch eigene Ideen einbringen.

Maike und Nelson beim Beschriften der neuen Wegweiser.

Die neu gestalteten Schilder weisen den Weg zu den unterschiedlichen Gebäuden.