Schreinerarbeiten – Fortbildungsmassnahmen wurden dankend angenommen – Bericht von Peter Hagmanns

Zeitraum vom 19.01.2018  bis 10.02.2018

Seit 2001 unterstütze und begleite ich Selbsthilfeprojekte in Ost-/ Zentralafrika. Durch meine ehrenamtlichen Tätigkeiten lernte ich 2014 den Verein Projekt Lebensblume e.V. kennen. Im Rahmen einer Reise nach Kenia, Diani sah ich mir im Januar 2016 das DIANI Bildungs- und Zentralzentrum näher an. Es wurde an der Erweiterung des Zentrum gearbeitet. Im Juni 2017 war ich erneut vor Ort und in meinen gelernten Beruf als Schreiner unterstützend tätig. Doch das war mir zu wenig.”

Viele Gespräche mit der Projekt-Gründerin, Frau Missong, aber auch mit den Mitarbeitern des Zentrums, bestätigten mein Vorhaben, gezielt Mitarbeitern Wissen zu vermitteln entsprechend dem Motto “Hilf mir, es selbst zu tun.“ Dieses setzte ich während meines diesjährigen dreiwöchigen Aufenthaltes konkret um.

Am 19.01.2018 sah ich während der herzlichen Begrüßung in viele leuchtende Augen. Ich erlebte die Freude, dass ich wieder da war. Besonders bei den Mitarbeitern, die mir tatkräftig zur Seite standen. Es handelte sich um Nelson, Hausmeister sowie gleichzeitig meine Kontaktperson und Koordinator, Hamisi (Arbeiter), Abraham und Robai (Farmerin). Ebenso freute sich Nelly, die Sozialarbeiterin, sehr. Nelson freute sich besonders über das Smartphone, das ich ihm zur Verbesserung der Kommunikation schenkte.

Gleich am zweiten Tag fand eine ”Lagebesprechung” mit allen Verantwortlichen statt. Das Resultat war ein gut durchdachter ”Plan”. Es sollten dringend benötigte Dinge hergestellt und gleichzeitig Sachwissen vermittelt werden. Zum Schluss hatte ich eine lange Liste; über fehlende Arbeit brauchte ich mich nicht zu beklagen.

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Auf dem Areal der Farm, die gleich hinter den Schulgebäuden liegt, steht ein großer ehemaliger Container. Den vorderen Teil dieses Containers bauten Klaus Schneider und ich 2017 zu einer Werkstatt aus. Hier steht eine richtige Hobelbank, die für mich als Möbelschreiner unverzichtbar ist. Weiterhin werden dort Werkzeuge und Maschinen aufbewahrt, die ebenfalls 2017 gereinigt bzw. repariert wurden. Das Werkzeug und der Umgang damit sind leider alles Dinge, die in Kenia unbekannt sind, zumindest bei angelernten Kräften. Deshalb erklärte ich zunächst den Sinn und Zweck der einzelnen Werkzeuge sowie die Wartung und den Umgang damit; beispielsweise wie ein Hobelmesser geschärft oder ein Kreissägeblatt gewechselt wird. Weiterhin erläuterte ich das Arbeiten mit einer Schlagbohrmaschine, mit Dübeln und Schrauben.

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Im Rahmen der Arbeitsvorbereitung und der Materialbeschaffung war es wichtig, sich im Vorfeld Gedanken zu machen, um möglichst wenig Verschnitt zu haben. Fast eine Woche brauchten wir für diese Dinge. Dann ging es zur Praxis, drei Regale für die Klassenräume wurden geschreinert. Diese hatten sich die Lehrer gewünscht. Zunächst wurde eine Materialliste erstellt und die Tischlerplatten im „Hardware-Shop“ gekauft. Die kenianischen Arbeiter hatten viel Respekt vor der Kreissäge, was durchaus berechtigt war. Aber der Erfolg, die wirklich tollen Regale, beflügelten. Als nächstes montierten wir die Computer unter den Tischen, damit mehr Arbeitsfläche verblieb. Es wurden vier Tische unter großem Aufwand umfunktioniert.

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Im „Schulleiter-Haus“ waren alle Materialfächer der Lehrer beschädigt, auch war die Qualität der Türschlösser schlecht (Materialermüdung). Die Fächer wurden repariert sowie die Schlösser ausgetauscht.

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 Für den Judoclub erweiterten wir ein Schuhregal für die Sportschuhe um vier Einlegeböden. Weiterhin wurde in dem neu errichteten Klassenraum die Tafel mit Sperrholzplatten verkleidet (vorher: nur verputzt) und anschließend zweimal schwarz gestrichen. Dies war erforderlich, damit die Kreide besonders in den Regenzeiten – besser lesbar ist.

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Eine weitere Aktion war die Instandsetzung des vorhanden Brunnens zur Bewässerung der Farm. Der Brunnen hatte eine Tiefe von ca. 15 Metern.

Nachdem ein externes Unternehmen den Brunnen gereinigt und  um insgesamt ca. 2,50 m tiefer gelegt hatte, mußten die beiden neu angeschafften Pumpen angeschlossenen, die Leitungen verlegen und Wasserhähne angebracht werden.157 (640x360)

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Diese Maßnahmen waren durch eine sachbezogene Spende möglich und sollen zur leichteren Bewässerung und Steigerung der Ernteerträge beitragen.

Die drei Wochen vergingen wie im Fluge. Vieles wurde geschafft, einiges wurde ins Rollen gebracht. Alle sind mit dem Erreichten sehr zufrieden und es macht Spaß die Erfolge zu sehen. Allerdings bleibt weiterhin viel zu tun und es gilt noch viel zu lernen. Schließlich dauert eine Ausbildung als Schreiner in Deutschland auch mindestens zwei Jahre. Einen weiteren Einsatz wünschen sich Frau Christina Missong sowie jeder, der mit mir während meines Aufenthaltes zusammen gearbeitet hat. Für Januar 2019 plane ich einen weiteren Aufenthalt – auch um zu sehen, ob meine Arbeit und die Schulungsmaßnahmen Früchte tragen.